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Mona:

Wien, Februar 2003

?Sieh sie dir an, Cheri?. Hab ich zuviel versprochen? Sie ist wundersch?n, nicht wahr?? ?Ja, das ist sie. Wundersch?n?? Mona brachte nicht mehr als ein leises Fl?stern ?ber ihre Lippen. Er hatte Recht gehabt, sie war wundersch?n, sie sah aus wie ein Engel, oder eine Fee aus einem dieser alten sch?nen Bilder. ?Sie sieht so traurig aus. Sie weint? Warum weint sie?? ?Sie hat Angst.? Seine Stimme klang mitleidig und gleichzeitig sehnsuchtsvoll, w?hrend er sie ansah, wie sie dort unter dem Baum zusammengekauert sa? und leise weinte. ?Wovor hat sie Angst? Vor uns?? ?Nein, sie wei? nicht dass wir da sind. Und auch wenn sie es w?sste, sie h?tte keine Angst vor uns.? ?Wovor hat sie dann Angst?? ?Sie hat Angst vor dem Morgen. Vor dem was der n?chste Tag bringen wird. Die Leere, die Trauer, die Schmerzen, die neue Angst, wieder vor dem n?chsten Tag, die wieder neue Trauer. Tag f?r Tag dasselbe Leid. Sie hat Angst davor, dass es niemals enden wird. Dass sie niemals den Mut finden wird es zu beenden.?

Mona konnte den Blick nicht von dem M?dchen lassen. Er hatte von ihr erz?hlt, aber keine Erz?hlung konnte ihrer zarten Sch?nheit wirklich gerecht werden. ?Und warum f?hlt sie so? Warum leidet sie?? ?Der einzige Freund den sie hatte ist gestorben. Jetzt ist sie alleine, ganz alleine? Sie sehnt sich danach zu ihm zu kommen. Aber sie hat nicht den Mut dazu. Und sie wei? nicht ob sie ihn jemals haben wird. Sie hat Angst davor, immer so weiter zu leben.? ?Woher wei?t du das alles? Kennst du sie?? Ein leises L?cheln huschte ?ber seine Lippen und er deutete kurz auf seine Augen. ?Ich sehe es. Ich sehe mehr als deine Augen sehen k?nnen. Ich sehe in ihre Seele.?

?Und du denkst??? ?Ja, das denke ich? erf?llen wir ihr diesen Wunsch, diesen letzten und gr??ten Wunsch.? ?Aber? aber wir k?nnen sie doch nicht einfach? t?ten!? ?Oh doch, wir k?nnen, und das wei?t du so gut wie ich? wir k?nnen ihr diesen gro?en letzten Wunsch erf?llen. Du kannst ihn ihr erf?llen! Sie wird sterben, mit einem L?cheln auf den Lippen und dem sch?nsten Gef?hl ihres Lebens, in absoluter Ekstase. Und sie wird dann auf immer bei ihrem geliebten Freund sein?? Er nahm Monas eiskalte Hand in die Seine. ?Du kannst sie von ihrem Leid befreien, Mona! Du! Sieh sie dir an? Es ist eiskalt, sie friert, sie leidet, sie will nichts mehr als sterben. Du kennst dieses Gef?hl, nicht wahr?? Er sah ihr tief in die Augen und sie hatte f?r einen Moment fast das Gef?hl als w?rde er ihre Seele ber?hren? wenn sie noch eine h?tte. ?Du kennst dieses Gef?hl, und du hast dir so oft gew?nscht, jemand m?ge dir die Entscheidung abnehmen, dich erl?sen, nicht wahr? Aber keiner hat dich erl?st, und du wei?t, jetzt wird dich keiner mehr erl?sen. Du kannst f?r sie der Todesengel sein, den du dir immer w?nschtest, den sie sich w?nscht, Nacht f?r Nacht.? Erschrocken ri? Mona sich von seinem Blick los, verbannte seine Stimme aus ihrem Kopf. Der Todesengel? die Tr?ume jede Nacht, die W?nsche? Niemand hatte sie erl?st? Nein, sie wurde statt dessen zu der Ewigkeit verbannt, einer Ewigkeit des Leidens. Noch immer tr?umte sie oft von dem Todesengel, betete Nacht f?r Nacht zu ihm, doch er lie? sie im Stich.

?Du kannst sie erl?sen Mona! Vermutlich wird sie sowieso nicht mehr lange leben? Willst du dass sie an irgendeiner Stra?enecke stirbt, erfroren, verhungert, oder von einem Junkie erstochen f?r ein paar Cent?! Erl?se sie Mona!?
?Nein! Ich kann nicht! Und wir d?rfen nicht! Wir k?nnen sie doch nicht einfach t?ten! Es w?rde Aufsehen geben, eine blutleere Leiche??
?Du Dummerchen? kleine s??e naive Mona? Ich wei? warum ich dich so gerne habe? du bist so wundervoll naiv und blau?ugig? nat?rlich darfst du sie nicht durch das Trinken t?ten. Trink von ihr, labe dich an ihr, schenke ihr diesen wundervollen Moment. Und dann, im Moment wo es f?r sie am sch?nsten ist, und du glaubst, du k?nntest nie wieder aufh?ren von ihr zu trinken, dieses wundervoller s??e warme Blut, diesen wundervollen Geschmack des Blutes, der nur bei so sch?nen jungen M?dchen in dieser Reinform zu finden ist, wenn du es in deinem K?rper pulsieren f?hlst, warm und pochend, lebendig in deinem toten K?rper, dann? brich ihr das Genick, schnell und schmerzlos. Du bist stark, sehr stark? f?r dich ist es leichter als f?r mich. Niemand wird Verdacht sch?pfen. Wir legen sie unter die Br?cke, jeder wird glauben sie sei hinunter gefallen, gesprungen. Und du hast sie erl?st! Sie ist dann endlich dort, so sie sich so sehr hinsehnte!? Wieder blickte er ihr tief in die Augen. ?Willst du das f?r sie tun? Wirst du sie erl?sen? Oder muss sie weiter leiden?? ?Ich? ja? ich will? ich will sie!? Eine unglaubliche Gier stieg in ihr auf, w?hrend sie seine Worte h?rte und sie das M?dchen betrachtete. Beinahe glaubte sie, schon aus dieser Entfernung das s??e warme Blut in ihren Adern pulsieren sehen zu k?nnen. Sie sch?ttelte sich, als k?nnte sie dadurch diese Gedanken aus ihrem Kopf kriegen. ?Warum nimmst du sie nicht? Sie ist so sch?n, warum befreist du sie nicht?? Wieder erschien das kleine wissende L?cheln auf seinen Lippen. ?Nein, sie geh?rt dir. Sie ist bestimmt f?r dich, sie wartet auf dich. Das wei? ich seit ich sie das erste Mal sah. Und ihren Freund. Ich habe ihn erl?st, sie geh?rt dir.?

Entsetzen spiegelte sich auf Monas Gesicht. ?Du?! Du hast ihn get?tet?! Warum, oh Gott?!? Beschwichtigend legte er ihr die Hand auf den Arm und sofort beruhigte sie sich unter seiner Ber?hrung. ?Er war krank, er litt schreckliche Qualen. Ich habe ihn erl?st, so wie du sie jetzt erl?sen wirst, und sie zu ihm bringen wirst, f?r immer.?
Mona schwankte einen Moment lang zwischen Abscheu und Faszination, doch ein Blick in seine Augen reichte, um die Faszination ?berwiegen zu lassen. ?Ja,? fl?sterte sie leise, ?ja, ich werde sie erl?sen. Sie soll nicht weiter leiden. Ich werde ihr den letzten und ewigen Traum geben, sie vereinen.? L?chelnd reichte er ihr die Hand. ?Dann komm.?
Das M?dchen hob den Kopf und lie? Mona nun einen Blick auf ein St?ck Vollkommene Sch?nheit werfen. Rotblonde Locken umspielten ein Gesicht von solcher Zartheit, wie Mona es noch nie zuvor gesehen hatte. Gro?e dunkelblaue Augen machten dieses Gesicht einfach unwiderstehlich. Die Wangen waren tr?nennass und unglaublicher Schmerz lag in ihren Augen.
?Wer seid ihr?? Ihr Blick wanderte von Mona zu ihrem Begleiter. ?Ich kenne dich von irgendwoher. Wer seid ihr?? Die beiden standen immer noch regungslos vor ihr und sahen sie an. ?Ihr seid so sch?n. Seid ihr Engel? Kommt ihr endlich mich zu holen??

Es musste einen seltsamen Anblick f?r sie ergeben. Hier, in dieser gottverlassenen Gegend, mitten in der Nacht, pl?tzlich ein junges P?rchen, beide kaum ?lter als 18 Jahre. Beide vollkommen in schwarz gekleidet, er in Leder und sie in Samt, dunkel geschminkt, dunkle Haare und blitzende Augen, die sie begehrlich und doch sanft anstarrten. Langsam rappelte das M?dchen sich auf. ?Kommt ihr endlich mich zu holen?? wiederholte sie noch einmal. Leise l?chelnd trat Mona auf sie zu. ?Ja, wir kommen dich zu holen. Wir schenken dir was du dir so sehr w?nschst. Wir bringen dich zu ihm.? Sie nahm ihre Hand und zog sie dicht an sich. Das M?dchen sah ihr vertrauensvoll in die Augen. ?Ja, bitte bringt mich zu ihm.? Dann schloss sie die Augen.
Ihre Haut duftete so zart, wie eine Blumenwiese nach einem Gewitter, rein und frisch. Mona sah das Blut in den Adern dicht unter ihrer Haut pulsieren, so verlockend. Mit einer zarten Bewegung, wie eine Mutter ihr Kind streichelt oder ein Liebhaber zum ersten Mal die Frau ber?hrt, sanft wie ein Lufthauch, zog sie sie an sich, umarmte sie, und nahm sich wonach sie sich so sehr sehnte. Sie f?hlte das warme Blut des M?dchens in ihrem Mund, der s??e schwere Geschmack, einen Geschmack wie sie ihn nie zuvor erlebt hatte, niemals zuvor war ihr dieses ?bel, das Blut trinken zu m?ssen als etwas wundervolles, atemberaubendes erschienen. Doch jetzt in diesem Moment, war es pl?tzlich gut, so gut. Sie hatte die Macht ?ber das Leben dieses M?dchens, sie nahm ihr Leben in sich auf, sie schenkte ihr das was sie sich am meisten w?nschte. Und sie starb mit einem L?cheln auf den Lippen. Ja, sie genoss es, das M?dchen schien es so sehr zu genie?en, sie lachte und st?hnte leise, seufzte. Mona f?hlte wie ihr K?rper durch das Leben dieses M?dchens wieder lebendig wurde, wie es pulsierte, str?mte, beinahe als h?tte sie wieder einen menschlichen K?rper.

Von ferne h?rte sie pl?tzlich seine leise Stimme. ?Jetzt Mona? erl?se sie!? Nein, scho? es ihr durch den Kopf. Nein, ich will sie auf ewig f?hlen, ich will sie nicht loslassen! ?Mona, tu es jetzt!? Sanft legte sie die H?nde um den Hals des M?dchens, das immer noch l?chelnd in ihren Armen lag, schon halb bewusstlos. Und mit einem schnelle Handgriff brach sie ihr das Genick. F?r einen Moment noch hielt sie sie im Arm. Selbst im Tod zierte das L?cheln noch ihre Lippen, lie? sie beinahe ?berirdisch sch?n erscheinen. Dann lie? sie sie langsam auf den Boden gleiten.
L?chelnd kam er auf Mona zu und klopfte ihr auf die Schulter. ?Das hast du sehr gut gemacht, Cherie, sehr gut. Sieh nur, du hast sie gl?cklich gemacht. Vielleicht so gl?cklich wie noch nie zuvor in ihrem Leben.? Sie war immer noch wie berauscht von dem Erlebnis, und h?rte kaum was er sagte. Sie lie? sich ebenfalls zu Boden fallen, l?chelnd und halb weggetreten, beinahe f?hlte sie sich wie auf einem Trip. Teilnahmslos sah sie zu wie er die Leiche hochhob und zu der nahegelegenen Br?cke brachte und sie dort platzierte als w?re sie hinuntergest?rzt. Dann kam er zu ihr zur?ck.
?Komm schon, wir m?ssen hier weg. Ich bringe dich nach hause.? Er nahm sie bei der Hand. Im vorbeigehn konnte sie kaum den Blick von ihr l?sen und immer noch f?hlte sie pulsierend das s??e Blut ihn ihrem K?rper. ?Keine Sorge Cherie, es gibt viele von ihnen. Es gibt so viele von ihnen. Und sie alle sehen sich nach dem Ende, der Erl?sung? sie alle beten um die Todesengel.? ?Die Todesengel??


12.2.04 19:55
 



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