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Andokai - Sturmt?nzerin

V

Der Abend war schon weit fortgeschritten als Andokai sich schlie?lich in einer Ecke des Schuppens schlafen legte.
Lange hatte sie versucht mit Hilfe einer alten Harke eines der Bretter zu l?sen oder kaputt zu schlagen, doch es zeigte keine Wirkung und der Schmerz in ihrem gebrochenen Arm wurde schlie?lich so schlimm, dass jede Bewegung ihr Tr?nen in die Augen trieb. Auch f?hlte sie sich mit jeder Bewegung schw?cher und schw?cher, so dass sie schlie?lich kaum noch einen Fu? vor den anderen setzen konnte.
Ersch?pft schlief sie in der hintersten Ecke ein.
Sie erwachte durch Stimmen die sich der T?r n?herten und schlie?lich davor stehen blieben. Sie erkannte ihren Vater und auch Jiftach.
Jetzt kommt er mich zu holen und ihn zu heiraten war der einzige Gedanke der ihr durch den Kopf scho?.
Ged?mpft drang ihres Vaters Stimme zu ihr. ?Nun mein Sohn, dann geh jetzt rein und tu was wir besprochen haben. Zeig ihr was es hei?t ein Weib zu sein und seinem Mann zu gehorchen.? Ihr Vater war schon wieder betrunken, dass konnte sie an der leichten Unsicherheit in seiner Stimme erkennen, doch was um alles in der Welt er meinte konnte sich nicht verstehen. Holten sie sie jetzt ab, musste sie jetzt die Frau dieses Monsters werden?
Jiftach antwortete nur mit einem d?mmlichen Kichern.
?Komm dann zur?ck ins Haus, mein Sohn, wenn du alles erledigt hast, dann besprechen wir alles weitere. Viel Gl?ck!? Sie h?rte ein Ger?usch als w?rde ihr Vater Jiftach auf die Schulter klopfen, dann entfernten sich seine schleppenden Schritte.
Augenblicke sp?ter h?rte sie den Schl?ssel im Schloss und die T?re ?ffnete sich. In der T?r stand die massige Silhouette Jiftachs, in der erhobenen Hand hielt er eine ?llampe. Schnell verschloss er die T?r hinter sich und steckte den Schl?ssel in seine Hosentasche.
Andokai verkroch sich tiefer in ihre Ecke, doch gleichzeitig wusste sie dass es sinnlos war. Seufzend erhob sie sich.
?Was willst du Jiftach? Wartet drau?en bereits der Priester um uns zu verm?hlen? Bist du gekommen mich zu holen??
Jiftach hatte in einer vollkommen anderen Ecke des Raumes nach ihr gesucht und fuhr jetzt erschrocken herum. Sein Blick wanderte die schlanke Gestalt seines Gegen?bers hinunter und wieder hinauf. Ihm schien zu gefallen was er sah, denn sie sah die Begierde in seinen Augen aufblitzen. Anscheinend schien es ihn kein bisschen zu st?ren, dass seine ?Braut? blut?berstr?mt und leichenblass auf schwankenden Beinen vor ihm stand.
?Da wartet gar niemand. Ich heirate dich nicht, bevor du nicht mein bist und zahm wie ein L?mmchen. Also werde ich dich b?ndigen m?ssen.? Er stellte die Lampe auf einem alten Handwagen ab und ging auf sie zu.
Sie wich zur?ck so weit sie konnte, doch schon nach wenigen Schritten stand sie mit dem R?cken zur Wand.
Jiftach grinste und griff nach ihrem Arm, umklammerte den geschundenen Unterarm mit eisernen Griff. Sie gab ihm nicht die Genugtuung zu schreien, nur ein leises St?hnen entwich ihren leichenblassen Lippen. Er dr?ckte sie gegen die Wand, presste sich an sie, packte mit der anderen Hand ihr langes Haar und riss ihren Kopf zur?ck so dass sie ihn ansehen musste. ?Hab dich,? feixte er h?misch bevor er seinen Mund auf den ihren presste.
Eisesk?lte breitete sich in ihrem ganzen K?rper aus, als ihr mit einem Mal wirklich klar wurde, was hier vor sich ging und wozu ihr Vater gerade diesem Monster seinen Segen gegeben hatte.
Jedes Gef?hl von Schw?che wich aus ihrem K?rper, sie f?hlte keinen Schmerz mehr, nur noch ein Gedanke beherrschte ihren ganzen Geist. Sie musste weg hier, so schnell wie m?glich und mit allen Mitteln.
Jiftach presste weiter seine fleischigen Lippen auf die seinen, und sie begann mit ihrer freien Hand nach der Harke zu tasten, die irgendwo neben ihr an der Wand lehnen musste. Seine Pranke l?ste sich von ihrem Haar, wanderte ?ber ihre Schulter auf ihre Brust und blieb dort liegen.
Da war er, der raue Holzgriff der Harke. Fest umklammerte sie ihn, und als seine Hand erneut begann zu wandern, nahm sie all ihre Kraft zusammen und rammte ihm den Griff in seine Flanke. Pfeifend entwich die Luft seinem Brustkorb und er sackte vor ihr in die Knie.
Nur einen winzigen Augenblick lang z?gerte sie, bevor sie ein zweites Mal ausholte, nun richtig weit, und die stumpfe Seite des Metallger?tes auf seinen Hinterkopf niedersausen lie?. Sein K?rper sank regungslos zur Seite und prallte gegen den Handwagen, der polternd umfiel und die ?llampe mit sich riss. Klirrend zerbrach sie auf dem Boden und in Sekundenschnelle fing das am Boden verteilte alte Stroh Feuer.
Andokai stand augenblicke lang reglos da, starrte auf das Blut das aus Jiftachs Ohr tropfte und konnte nicht glauben was sie gerade getan hatte. Erst die Hitze des immer gr??er werdenden Feuers l?ste sie aus ihrer Starre.
Der Schl?ssel! Sie musste sofort an den Schl?ssel kommen, sonst w?rde sie hier drin bei lebendigem Leibe verbrennen!
Angewidert drehte sie Jiftachs leblosen K?rper um und durchsuchte seine Taschen, bis sie endlich den schmucklosen kleinen Silberschl?ssel in H?nden hielt.
Das Feuer z?ngelte nach ihrem Saum und versengte Str?hnen ihres Haars als sie hindurchlief und mit zitternden H?nden die T?r ?ffnete.
Nach zwei Schritten aus der H?tte kam ihr bereits ihr Vater entgegen. Anscheinend war er doch nicht in das Haus zur?ckgegangen, sondern hatte in der N?he gewartet ob Jiftach seinen Auftrag auch wirklich erf?llen w?rde.
?Andokai, was hast du getan?!? H?nderingend betrachtete er die H?tte aus der bereits von allen Seiten die Flammen hochloderten.
?Vater, was hast du nur getan? Bei den G?ttern, wie konntest du nur? Ich bin doch dein Kind, ich bin doch deine kleine Tochter!? Tr?nen der Fassungslosigkeit liefen ihr ?ber die Wangen, doch ihr Vater hatte keinen Blick daf?r.
?Du hast sie angez?ndet! Wie konntest du nur! Nein, du bist nicht meine Tochter, ich habe keine Tochter mehr!? Er schleuderte ihr die Worte ins Gesicht und spuckte dabei vor ihre F??e.
Augenblicke lang stand sie vollkommen regungslos und starrte diesen Menschen an, diesen Menschen, den sie ihren Vater genannt hatte, und den sie mehr geliebt hatte als alle anderen. Sie konnte es kaum glauben, dass sie jemals ?berhaupt so etwas wie Liebe empfunden hatte, denn sie f?hlte nur noch Hass in sich, unendlichen Hass.
?Dann,? sagte sie, mit so eiskalter Stimme, dass Iljoscha trotz des lodernden Feuers fror, ?habe ich also auch keinen Vater mehr.?
Vom Dorf her kamen laute Stimmen n?her, laute Warnrufe ert?nten.
Andokai drehte sich um und rannte in den Wald, immer weiter und weiter, ohne sich auch nur ein einziges mal umzudrehen.
Pl?tzlich aufkommende Windb?en zerrten an den B?umen und vom Horizont her erklang ein tiefes Donnergrollen, das dem Dorf schnell n?her kam.
29.7.05 20:02
 



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