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Andokai - Sturmt?nzerin

IV

Das erste was sie f?hlte war Schmerz. Stechender Schmerz in ihrem linken Arm und ein Wuseln wie von Millionen von Ameisen auf der Haut. M?hsam ?ffnete sie die Augen. War sie am Feuer eingeschlafen und eine Kolonie Ameisen hatte sich aus dem Wald den Weg zu ihr gebahnt und war ?ber ihren Arm hergefallen? Nein, sie war nicht im Wald, es war ein Geb?ude, aus groben Holzbrettern zusammengenagelt. Einzelne Sonnenstrahlen fielen durch die Ritzen in den Raum und lie?en den tanzenden Staub sichtbar werden. Vorsichtig, sorgsam bem?ht den Schmerzenden Arm nicht zu belasten setzte sie sich auf und sah sich um und dann wusste sie wo sie war. Es war der Ger?teschuppen ihres Vaters, am Rande des Dorfes gelegen, der schon lange nicht mehr benutzt wurde.
Aber wie war sie nur hierher gekommen und warum? Und wo kam das ganze Blut her, das an ihren Kleidern klebte?
Die letzte Frage konnte sie am schnellsten beantworten, denn als sie in ihr Gesicht und an ihren Hinterkopf griff, erf?hlte sie schnell drei gro?e schmerzhafte und noch immer leicht blutende Platzwunden. Auch durch den ?rmel ihres Kleides an ihrem linken Arm sickerte Blut. Vorsichtig schob sie den Stoff zur Seite und als sie den wei?en Knochen durch die Haut und das rote Blut schimmern sah, musste sie sich ?bergeben.
Ersch?pft lie? sie sich zur Seite fallen und w?hrend sie dalag und die bunten Lichter vor ihren Augen endlich wieder verschwanden, kam langsam die Erinnerung an den Abend wieder, an ihren Vater und Jiftach und ihre Mutter und die schrecklichen Dinge die ihr Vater sagte.
Sie konnte nicht glauben, dass er es ernst meinte, doch ebenso wenig h?tte sie glauben k?nnen, dass er sie jemals absichtlich ernstlich verletzen w?rde. Zwar hatte er sie schon ?fters geschlagen, doch dies hier war etwas anderes als eine Faust ins Gesicht. Schlimme Kopfschmerzen machten ihr jeden Gedanken schwer, sie f?hlte sich so schwach und zittrig als h?tte sie seit Tagen nicht gegessen und ihr Arm sendete bei jeder kleinsten Bewegung peinigende Schmerzwellen durch ihren gesamten K?rper.
Sie hatte keine Ahnung wie lange sie dort gelegen hatte, bis sie endlich die Kraft fand, auf zu stehen. Sie pr?fte die beiden T?ren, doch beide waren abgeschlossen. Fenster hatte das kleine H?ttchen keine.
In ihrer Verzweiflung begann sie an jeder einzelnen der zahllosen Latten die die W?nde bildeten, zu r?tteln und gegen sie zu treten, doch die Schreiner des Dorfes waren gut und keine lockerte sich. Auch durch einen Hebel lie? sich keine der Latten auch nur ein kleines St?ck entfernen.
Ersch?pft sank sie wieder zu Boden und weinte lautlose Tr?nen. Irgendwie musste es doch m?glich sein hier raus zu kommen. Ihr Vater durfte sie nicht zwingen Jiftach zu heiraten, niemals konnte sie dieses Scheusal, dieses Monster heiraten. Sie musste hier raus kommen und mit ihrem Vater reden, ihn zur Vernunft bringen. Sie war sein kleines M?dchen, er w?rde sicher mit sich reden lassen. Irgendwie w?rde alles wieder in Ordnung kommen, irgendwie?

Sie war immer noch tief in Gedanken versunken, so h?rte sie nicht dass jemand sich dem Schuppen n?herte, sondern erst als ein Schl?ssel im Schloss herumgedreht und die T?r ge?ffnet wurde.
Andokai blinzelte gegen den grellen Sonnenschein drau?en an und erkannte die Silhouette ihrer Mutter im T?rrahmen. Dann betrat Aljanka den Schuppen, schloss die T?r hinter sich ab und steckte den Schl?ssel ein. Sie w?rdigte ihre Tochter keines Blickes, ging nur in ihre Richtung und stellte die Sch?ssel etwa einen Schritt von ihr entfernt ab. Dann machte sie anstallten sich wieder umzudrehen und zur?ck zu gehen.
Andokai stand auf so schnell sie konnte und fasste ihre Mutter an der Schulter. ?Mama? Mama bitte! Du musst mir helfen! Bitte hilf mir hier raus damit ich mit Papa sprechen kann! Oder sprich du mit Papa damit er mich wieder raus l?sst! Bitte Mama!?
Ihre Mutter stie? ihre Hand weg und wandte Andokai erst jetzt ihr Gesicht zu. Ein Auge war dick blauviolett verquollen und die Lippe war aufgesprungen. Andokai atmete tief durch. ?Mama, es tut mir leid, wirklich. Bitte, lass mich hier raus, dann kann ich alles wieder gut machen.?
Aljanka ma? sie mit kaltem Blick. ?Dein Vater wird schon alles wieder in Ordnung bringen. Du wirst ihn heiraten ob du willst oder nicht. Ansonsten verm?hle dich doch mit deinem Grab. Ich habe dann keine Tochter mehr.? Sie wandte sich um und verlie? ohne einen weiteren Blick zur?ck den Schuppen, den sie gr?ndlich von au?en wieder verschloss.
Andokai stand wie erstarrt, sie konnte es kaum glauben, was soeben geschehen war. Und doch war es geschehen. Sie konnte nicht einmal mehr weinen, so leer f?hlte sie sich, als sie sich zur?ck in ihre Ecke setzte. Drau?en wurde es langsam dunkel.
?Dann,? fl?sterte Andokai zu sich selbst, ?habe ich also keine Mutter mehr.?
29.7.05 20:01
 



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