My realities

  Startseite
  Über...
  Archiv
  Andokai
  Ima Selene
  Elara
  Luna Silvren
  Mona
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Second World... Reality?
   Meine Homepage



http://myblog.de/sensusmoriendi

Gratis bloggen bei
myblog.de





Andokai - Sturmt?nzerin

I

Die Dorfbewohner erz?hlten immer wieder und wieder, sp?testens jedoch jedes Jahr am sich j?hrenden Tage ihrer Geburt von den seltsamen Umst?nden ihrer Geburt und dem guten Omen f?r das Ganze Dorf, dass sie mit sich brachte.
Auch in diesem Jahr setzte sich die Elfe Arundel, als die D?mmerung hereinbrach, an den Kamin und zog damit die Aufmerksamkeit aller G?ste auf sich.
Die Kinder, die schon genau wussten, was nun kommen w?rde, lie?en sich zu ihren F??en nieder und blickten sie mit gro?en Augen an. Die Gespr?che im Raum verebbten und nach und nach versammelten sich die Leute um die Elfe mit erwartungsvollem Blick.
Nur das Geburtstagskind, ein etwa 14 Jahre z?hlendes Menschenm?dchen, hielt sich im Hintergrund. Sie setzte sich an den gro?en Holztisch, der bis grade eben noch Mittelpunkt des Geschehens gewesen war, st?tzte das Kinn auf die H?nde und blies sich gelangweilt eine der vorwitzigen dunkelblonden Haarstr?hnen aus dem Gesicht. Ihre bernsteinfarbenen Augen, in denen goldene P?nktchen wie kleine Lichter tanzten, rollten gelangweilt als die Elfe ihre Stimme erhob.
Jedes Jahr wieder dieselbe Geschichte, die die Umst?nde ihrer Geburt erz?hlte. Die Umst?nde, die sie von ihrer Geburt an zu einer Art Maskottchen des Dorfes hatte werden lassen. Die Umst?nde, durch die jeder ihrer Schritte an jedem einzelnen Tag ihres Lebens unter st?ndiger Beobachtung stand und jeder so viel von ihr erwartete und verlangte und darauf achtete, das sie ja alles richtig machte.
Nur war sie selbst erwartete und was f?r sie richtig und wichtig war, das war egal, das interessierte keinen.

?Und es begab sich an jenem Tag,? die Elfe erhob ihre Stimme und mit einem Schlag waren alle Gespr?che verstummt und alle Aufmerksamkeit war wie gebannt auf die glockenklare Stimme und das Porzellangesicht gerichtet. ?als unsere liebe Aljanka unter Schmerzen in den Wehen lag,? sie l?chelte der vor ihr sitzenden Menschenfrau mit dem dunklen Haar anerkennend zu, ?dass ein furchtbarer Sturm ?ber unser Dorf hereinbrach. B?ume so alt wie 4 eurer Menschenleben knickten um wie Streichh?lzer, die D?cher der H?tten hoben ab und flogen fort als wollten sie es den V?geln im Himmel gleich tun und das ganze Dorf drohte unter dem Toben der Elemente vernichtet zu werden.?
Die Elfe machte eine kunstvolle Pause und ihre wasserblauen Augen blickten von einem ihrer Zuschauer zum n?chsten.
Die Kinder zu ihren F??en wagten kaum zu atmen aus Angst, auch nur eines ihrer W?rter zu verpassen.
Die ?lteren Dorfbewohner konnten sich noch all zu gut an den schrecklichen Sturm erinnern, sie schauderten, als Arundels Worten ihnen die Bilder der Zerst?rung wieder in Erinnerung rief.
?Es war ein so furchtbarer Sturm, als h?tten sich die f?nf Elemente gegen unser Dorf verschworen und wollten es hinfort tragen in luftige H?hen oder hinunterrei?en in dunkle Tiefen? In den 100 Jahren seit sich mein Kaer ge?ffnet hat, habe ich kein solches Unwetter erlebt.?
Die Kinder sahen sie atemlos mit weit aufgerissenen Augen an. 100 Jahre! Das war eine so unendlich lange Zeit, z?hlten die ?ltesten der Menschen im Dorf nur 70 Jahre und selbst sie schienen so unendlich alt zu sein, geboren in einer fremden Zeit die so lange zur?ck lag f?r die Kinder.
Die Zeitspanne, von der die Elfe mit solcher Leichtigkeit sprach, war f?r die meisten Menschen eine Ewigkeit, und keiner von ihnen, auch die aller ?ltesten nicht, hatte die ?ffnung des Kaers und die Ansiedlung des Dorfes miterlebt.

?Die Frauen hatten sich in dieser H?tte hier versammelt um zusammen mit Iljoscha Aljanka beizustehen und das neue Leben in unserem Dorf zu begr??en. Der Wind r?ttelte und sch?ttelte an der H?tte, der Regen prasselte mit aller Wucht auf das Dach, man verstand sein eigenes Wort kaum mehr. Die Dachbalken knarzten und knackten unter der Belastung und alle wussten, die H?tte konnte dem Zorn der Elemente nicht mehr lange standhalten.
Und gerade als Aljanka mit einem letzten Aufschrei ihrer Tochter das Leben schenkte, brach der Sturm mit ganzer Kraft ?ber uns herein. Das Dach wurde wie Papier von der H?tte gehoben und fortgetragen. Balken krachten in den Raum und Splitter bedeckten alles. Iljoscha griff nach seiner neugeborenen Tochter um sie vor dem Sturm zu besch?tzen und gerade als er sie hochhielt um sie anschlie?end an sich zu dr?cken, ?ffnete sie ihre goldenen Augen, blickte nach oben in den tobenden Sturm und stie? ihren ersten, lauten, fordernden Schrei in die br?llenden B?en?
Und Stille senkte sich ?ber das Dorf. Der Sturm legte sich von einem Augenblick auf den n?chsten. Die dunklen Wolken l?sten sich in Nichts auf und machten dem blaue Himmel und der leuchtenden Sonne Platz.
Das ganze Dorf stand still und starr vor Erstaunen und Fassungslosigkeit gegen?ber dem Wunder, dessen Zeugen sie gerade werden durften.
Nur das Kind in Iljoschas Armen gluckste und lachte und versuchte mit seinen H?ndchen die Sonnenstrahlen die durch das fehlende Dach in die H?tte drangen zu fassen.
Und Aljanka und Iljoscha gaben ihrer Tochter den Namen Andokai, die Sturmt?nzerin.
14 Jahre ist es nun her, dass unsere Andokai zu uns kam und unser Dorf gerettet hat, und nie mehr gab es seither ein Unwetter das dem Dorf geschadet h?tte?
Wenn man von Andokai selbst und ihrem Ungest?m einmal absieht.?
Die Elfe l?chelte dem im Hintergrund sitzenden M?dchen wohlwollend zu. Die Kinder betrachteten Andokai als h?tten sie die K?nigin der Blutelfen h?chstpers?nlich vor sich. Sie alle waren mit der Geschichte ?ber Andokai und wie sie das Dorf gerettet hatte aufgewachsen und hielten immer ehrfurchtsvollen Abstand zu ihr.

Andokai schnaubte ver?chtlich aus, strich sich mit einer energischen Geste die wieder im Gesicht h?ngende Str?hne hinters Ohr, stand auf und marschierte in die angrenzende K?che.
Sie konnte die Blicke nicht mehr ertragen, bewundernd, staunend, eingesch?chtert, konnte es nicht mehr h?ren, das Tuscheln und Raunen, die Gespr?che, die abbrachen, wenn sie in H?rweite kam.
Und sie konnte diese verfluchte Geschichte nicht mehr ertragen, die Ereignisse, die vom Tag ihrer Geburt an ihr ganzes Lebens beeinflusst und in den Augen ihrer Eltern und des ganzen Dorfes ihre Zukunft vorherbestimmt hatten.
Die Kinder bewunderten und bestaunten sie? aber mitspielen hatte sie nie gedurft, die anderen waren zu verunsichert in ihrer Gegenwart. Nur durch den Spalt der T?r nach drau?en linsend hatte sie sehen k?nnen, wie die Kinder sich verhielten, wenn sie nicht eingesch?chtert waren von ihrer Gegenwart. Viele Stunden hatte sie dort gestanden und manche Tr?ne war geflossen.
Die Dorfbewohner suchten zwar oft ihre Gegenwart, ihre Eltern hatten st?ndig Besuch, aber niemand kam wirklich wegen ihr, Andokai, um zu sehen wie es ihr geht, sich mit ihr zu unterhalten, nein, alle wollten nur das ?Wunderkind? von Kirschgrube sehen.

Andokai, Sturmt?nzerin, so hatte ihr Vater sie genannt und ihr damals, in jener H?tte, wie er sp?ter erz?hlte, auch ihr ihren wahren Namen ins Ohr gefl?stert. Andokai Lusitu. Im Dialekt des Dorfes ausgesprochen bedeutete es ?Lichter Ort inmitten des Sturms?

Manchmal w?nschte sie sich, einer der Balken h?tte sie in den Armen ihres Vaters erschlagen damals, denn selbst der Tod erschien ihr oft besser als dieses Gef?ngnis in dem sie nun steckte.
Ihr Vater und Arundel hatten bereits ihr ganzes Leben verplant, von Anfang bis Ende. Sie sollte so bald wie m?glich einen Sohn eines der reicheren Bauern im Dorf heiraten und so ihrer Familie und dem Kr?merladen ihres Vaters einen besseren Stand zusichern. Dann w?rde sie den Laden ?bernehmen und au?erdem w?rde sie, die das Dorf gerettet und vor allem B?sen besch?tzt hatte, Dorfvorsteherin werden und das Dorf zu Reichtum und Wohlstand f?hren. Allen sollte es gut gehen, ein sch?nes erf?lltes Leben f?hren k?nnen, Reicht?mer ansammeln, das Dorf vergr??ern, bekannt machen.
Allen sollte es gut gehen, aber was war mit ihr selbst?
Wer fragte danach was sie selbst wollte, sich w?nschte, brauchte?
Bei dem Gedanken daran, so zu leben wie ihr Vater und Arundel es f?r sie vorsahen, h?tte sie am liebsten geschrieen und um sich getreten und getobt. Wie ein Sturm f?hlte sie sich, eingeschlossen zwischen Mauern und keine M?glichkeit auszubrechen, keinen Weg die angestaute Energie abzulassen, schw?cher werden, sterbend?
Ein ersterbender Sturm, verl?schendes Feuer, verbrannte Erde? so f?hlte sie sich bei dem Gedanken an ihre ihr bevorstehende Zukunft.
Sie wollte ihren Vater nicht entt?uschen, sie liebte ihn.
Aber es musste doch noch mehr geben als das hier!

Sie fuhr erschrocken herum als sie eine Hand auf ihrer Schulter sp?rte. Ihr Vater stand vor ihr und starrte sie an. Sie konnte sehen dass er bereits tief in seinen Bierkrug geblickt hatte. Er nahm sie am Handgelenk und versuchte sie wieder in Richtung der Stube zu ziehen.
?Was tr?delst du hier rum Kind? Die Leute sind alle wegen dir da, sie wollen dich sehen, also geh rein da! Ist gut f?rs Gesch?ft, du wei?t schon??
Sie h?tte am liebsten einfach nur geschrieen, geschrieen so lange bis der Sturm vielleicht wieder kam und die Arbeit vollendete, die er am Tag ihrer Geburt unerledigt gelassen hatte. Gut f?rs Gesch?ft, das war anscheinend alles war sie f?r ihren Vater war. Warum nagelte er sie nicht gleich an die Eingangst?r als Reklameschild?
Iljoscha merkte nichts von dem Aufruhr, den seine Worte in seiner Tochter ausl?sten, sein Blick war viel zu sehr gefesselt von den vielen Anwesenden G?sten, die angelockt durch das Fest in Zukunft wieder ?fters bei ihm und nicht im Laden auf der anderen Seite der Stadt einkaufen w?rden, um seine besondere Tochter zu sehen.

Er dr?ckte ihr Handgelenk fester und dirigierte sie in eine Ecke der Stube.
?Andokai, begr??e doch Ralnus und seinen Sohn Jiftach. Du wei?t doch, Ralnus geh?rt der gro?e Hof zwei Meilen au?erhalb des Dorfes, er beliefert mich immer mit frischem Obst und Gem?se. Und Jiftach wird sp?ter der ganze Hof geh?ren.?
Sie wunderte sich, dass ihrem Vater nicht der Speichel aus dem Mund lief, so begehrlich klang seine Stimme. Er gab ihr einen kleinen Schubs, so dass sie strauchelte und Jiftach nutzte die Chance und zog sie auf seinen Scho?. Angewidert versuchte Andokai sich wieder hochzurappeln, doch ein muskul?ser Arm fasste um ihre Taille und hielt sie fest wie ein Eisenriegel.
Jiftach war ein durchaus ansehnlicher Mann, er war von gro?er stattlicher Statur, hatte Muskeln wie ein Ochse, sein Haar war voll und wellig und gl?nzte wie Gold und sein l?chelnd konnte die meisten der M?dchen im Dorf in sekundenschnelle in kichernde 5j?hrige verwandeln.
Doch was die Passionen ihm fast zu viel an Aussehen und Muskelkraft mitgegeben hatten, hatten sie Andokais Meinung nach sehr stark an seinen Geisteskr?ften eingespart. Irgendwie schien er auf dem Geistigen Niveau eines 6j?hrigen stehen geblieben zu sein, nur seine Gel?ste nach den jungen M?dchen unterschieden ihn von den Kindern. Er konnte nicht auf anhieb sagen, wie viele Finger er wohl an beiden H?nden hatte und alle dar?ber hinausgehenden Fragen h?tten ihn restlos ?berfordert.
Seine Dummheit an sich h?tte ihn noch nicht so absto?end gemacht, jedoch mischte sich zu seiner Unbedarftheit auch noch ein gro?es Ma? an Sadismus. Schon als Junge hatte er K?fer und M?use gequ?lt, ihnen Beine ausgerissen und abgeschnitten, sie bei lebendigem Leibe ger?stet, ihnen F?hler und Haare einzeln ausgezupft und ?hnliche Grausamkeiten zugefugt. Mit dem Ma?e in dem er wuchs, wuchs auch das Ma? seiner Grausamkeiten und die Gr??e seiner Opfer. Ger?chte besagten dass er auch seine Mutter und seine Schwestern wie Vieh behandelte, es blieb jedoch nur bei Ger?chten, da keine der Frauen des Ralnus-Hofes jemals im Dorf gesehen wurde.
Erst vor einer Woche hatte Andokai mit ansehen m?ssen, wie Jiftach einen an den Beinen gefesselten Welpen immer wieder abwechselnd dicht ?ber eine Flamme hielt und dann wieder beinahe ertr?nkte, bis er ihn schlie?lich auf den Steinen des Baches zerschellen lie?.
Sie hatte alles versucht um den Kleinen zu retten, doch weder ihre Tritte noch ihre Schl?ge hatten den Riesen ber?hrt, er hatte nur gelacht und weiter gemacht. Weinend vor Zorn und Hilflosigkeit hatte sie das grausige Spiel mit ansehen m?ssen.
Und nun sa? sie auf dem Scho? dieses Ekels und seine dicken schmutzigen Pranken hielten sie fest umklammert.
Die Augen ihres Vaters blitzten seltsam auf, als er seine Tochter auf Jiftachs Scho? sah und auch Ralnus grinste zufrieden. Andokai war sich nicht sicher was dies zu bedeuten hatte, aber es gefiel ihr ganz und gar nicht.
Jiftach dr?ckte seinen Mund an ihr Ohr und fl?sterte ihr hinein. ?Na mein St?rmchen, pl?tzlich so zahm? Vielleicht wird?s ja doch noch was mit uns?? Sein schneller werdendes Schnaufen an ihrer Wange und zittern seiner Lenden, dass sie, an seinen Scho? gedr?ckt sp?rte, ekelten sie an, sie h?tte ihm am liebsten ins Gesicht gespuckt.
Iljoscha schlug Ralnus auf die Schulter und grinste ihn an. ?Na, da scheinen sich doch zwei gut zu verstehen. Vielleicht sollte man das nutzen??
Andokai wurde beinahe schwindlig, sie ahnte worauf das hier hinaus laufen sollte und hatte nur einen Gedanken: Weg hier bevor ihr Vater das aussprach, was sie schon seit Jahren f?rchtete.
Sie hob das Bein und lie? ihren Fu? mit voller Wucht auf Jiftachs Fu? niederknallen. Die Lockerung seiner Arme w?hrend er vor Schmerz aufschrie, nutzte sie um von seinem Scho? und unter seinen Armen durch zu schl?pfen und sie einige Schritte von ihm zu entfernen.
?Ich glaube ich habe Mutter drau?en rufen h?ren, sie braucht meine Hilfe,? mit diesen Worten raffte Andokai ihre R?cke, dr?ckte die T?r auf und lief nach drau?en in die Nacht.
Verwirrt sah ihr Vater zu seiner Frau, die in der Ecke des Raumes sa? und sich leise mit anderen Frauen unterhielt, w?hrend Jiftach seinen schmerzenden Fu? hielt und Andokai still verfluchte.
29.7.05 19:58


Elara:

Es war vor allem die Einsamkeit, die ihr so sehr zu schaffen machte in ihrem jetzigen Dasein. Sie hatte einmal ein Zitat geh?rt. "Wir sind die Schatten, wir haben keine Nummern, aber einen Namen: Legion". Ja, Legion, denn es waren viele, so unendlich viele. Und doch waren sie alle einsam, alle f?r sich allein.
Denn in einem Gesch?ft, in dem Paranoia lebensnotwendig, Freundschaft Schw?che, und Vertrauen t?dlich sein konnte, war man entweder alleine oder tot.
Und selbst den Menschen, die einem am n?chsten waren, konnte man niemals die volle Wahrheit sagen, man musst sie anl?gen, und die t?dliche Vergangenheit und Zukunft lag wie eine Trennwand zwischen einem. Selbst wenn man gemeinsam Auftr?ge erledigte, war man durch sie getrennt.
N?he, Vertrautheit, Liebe, all das war doch im Grunde eine Illusion, eine t?dliche Illusion. Die Frage war stets nur: t?dlich f?r wen? Wem w?rde es diesmal das Leben kosten. Muss man wieder den Tod eines Geliebten Menschen mitansehen, oder wird es diesmal der Eigene sein?
Wer w?rde dieses mal an ihrer Unvernunft die Tatsache einzusehen, die Tatsache, dass man als \'Schatten\' zur Einsamkeit verdammt war, sterben? Sie oder Er?
16.2.04 19:05


Mona:

N?rnberg, 7. Februar 2004

Der Priester schreckte aus seinen ?berlegungen hoch, als das kleine rote L?mpchen ?ber seinem Kopf schwach zu leuchten begann. Erstaunt betrachtete er es, war es kaputt? Er hatte gar nicht geh?rt dass jemand den Beichtstuhl betreten hatte. Auch war es h?chst ungew?hnlich, dass jemand um diese Zeit noch zur Beichte kam. Eigentlich sa? er jeden Abend nur noch hier, weil er eben hier sein musste, weil es eben so angeschlagen war.

Er lauschte in die Kabine neben ihm, und h?rte im ersten Moment gar nichts, nicht einmal einen Atemzug. Die Lampe musste kaputt sein. Doch dann h?rte er das vertraute leise Knirschen des Holzbretts, wenn jemand sich darauf kniete. Also war doch jemand da. Mit einem Ruck schob er die kleine Holzklappe auf, die seine Kabine von der nebenan trennte.

Durch die engen Maschen des Gitters in der kleinen ?ffnung sah er sein Gegen?ber nur sehr undeutlich und verschwommen. Das schemenhafte Gesicht leuchtete wei? in der Dunkelheit des Beichtstuhles, ein schwarzes Tuch umrahmte es. Eine dunkle Haarstr?hne fiel ihr ins Gesicht. Direkt vor dem Gitter konnte er nun gefaltete H?nde erkennen. Junge H?nde, ebenso wei? wie das Gesicht. Ein Silberring an der rechten Hand, einer an der linken. Nun l?sten sich die H?nde voneinander und vollf?hrten das Kreuzzeichen, bevor sie sich wieder fanden.

"Vergib mir Vater, denn ich habe ges?ndigt..." Die Stimme der jungen Frau drang leise doch voll zu ihm. Ein leichtes Zittern lag in ihr und er konnte es nicht zuordnen, Trauer? Angst? Das sein sp?ter Besucher anscheinend so jung war, wie ihm die Stimme verriet, verwunderte ihn noch mehr. Noch seltener als so sp?te Besucher verirrten sich unbekannte Leute hier in die Kirche. Er kannte seine treuen Sch?fchen eigentlich alle, doch diese Stimme, diese Frau war ihm unbekannt. Er wusste nicht warum, doch ein kalter Schauer lief ihm ?ber den R?cken, f?r einen Moment wurde ihm unheimlich zu Mute, doch er verwarf diese Empfindung sofort wieder. L?cherlich.

"Wann war deine letzte Beichte meine Tochter?"
"Ich muss gestehen, Vater, sie ist schon sehr lange her. 10 Jahre... Ich wollte..." Ihre Stimme versagte f?r einen Moment.
Er wusste schon jetzt was kommen w?rde. Keine der 08/15 Beichten, so wie die alten Damen sie immer absolvierten... Hier war jemand der reden wollte, doch niemanden daf?r hatte. Heutzutage mussten zwar eher die Barkeeper f?r so etwas herhalten, doch auch heute verirrten sich noch manche dieser verirrten Sch?fchen in die Beichtst?hle. Ehrlich gesagt waren ihm diese Gespr?che auch lieber als die normalen Beichten.

"Was hast du auf den Herzen Kind?"
"Vater, glaubt ihr, dass es..." sie z?gerte einen Moment, dass Beben in ihrer Stimme war st?rker geworden, "dass es Menschen gibt, die von Gott verflucht werden, f?r das was sie sind und tun?"

Vieles hatte er erwartet, Liebeskummer, Trauerf?lle oder ?hnliches. Aber nicht so etwas.
"Nun ja, Gott liebt seine Kinder, jedes einzelne von ihnen, und w?rde sie niemals verfluchen, ohne die M?glichkeit Bu?e und Vergebung zu erlangen... Glaubst du Gott hat dich verflucht, meine Tochter?"
"Ich glaube es nicht nur... Ich wei? es, ich sehe es jedesmal wenn ich in den Spiegel sehe, jedes mal wenn ich ein Kind sehe, jeden Moment den ich existiere..."
Die Bitterkeit in ihrer Stimme lie? ihn abermals erschaudern. Noch niemals hatte er soviel Verbitterung und auch Verzweiflung in einer Stimme geh?rt. Was mochte ihr nur widerfahren sein, dass sie der ?berzeugung war, Gott h?tte sie verflucht? So etwas hatte er noch nie im Ernst geh?rt.

"Was immer du getan hast, mein Kind, dass du glaubst Gott h?tte dich verflucht, du kannst Bu?e tun. Beichte deine S?nden, und der Herr wird dir vergeben."
Ein leises Schluchzen war von seinem Gegen?ber zu h?ren, und seltsamerweise krampfte ihm das Herz zusammen.

"Was, wenn ich die S?nde bin?"
"Wie, wie meinst du das?"
"Wenn ich die gro?e S?nde vor dem Antlitz unseres Herrn bin, ich bin der Grund f?r diesen Fluch, meine Existenz, jede Sekunde die ich auf Erden wandle ist ein ?rgernis f?r ihn. Ich bin ein Schandfleck auf Erden geworden, unnat?rlich, verflucht, nur weil ich einmal eine falsche Entscheidung traf..." Wieder versagte ihr die Stimme.

Das Geh?rte hatte ihn nun endg?ltig verwirrt. Was mochte diese junge Frau nur getan haben, oder was hatte man ihr angetan, dass solche Gedanken in ihr wohnten.

"Willst du mir nicht erz?hlen Tochter, was dich so qu?lt? Was dich auf solche Gedanken bringt? Erleichtere deine Seele, Kind!"
Als er erneut durch das Gitter blickte, bemerkte er erstaunt, dass zwei rote Tr?nen ?ber das schneewei?e Antlitz liefen. F?r einen Moment hatte er das Bild einer der weinenden Madonnen aus S?damerika vor Augen. Diese Wunder ?ber die sich die Geister der Geistlichen weltweit schieden.

"Ich kann nicht Vater," antwortete sie und die Verzweiflung, die diese junge Frau ausstrahlte, war so dicht und greifbar, dass sie ihm beinahe die Luft abschn?rte. "Ich kann nicht, Vater, denn dann w?ret ihr genau so verdammt wie ich."

Dann h?rte er nur noch das leise Knirschen des Brettes und mit einem Mal war die Kabine ihm gegen?ber leer. Sofort riss er die T?r auf und hastete aus dem Beichtstuhl. Doch er sah nur noch die zuschlagende T?r und die Kerzen, deren Flammen im Windzug tanzten. Die Kirche war leer.
12.2.04 23:21


Mona:

Wien, M?rz 2003

"Was machst du da??" Aprupt blieb sie stehen, kaum dass sie die T?r zum Hotelzimmer hinter sichgeschlossen hatte. Er sah nicht auf zu ihr, sondern packte weiter seine Sachen aus dem Schrank in einen kleinen schwarzen Koffer. "Du packst?? Warum?" Als er immer noch nicht aufsah, lief sie zu ihm und packte seine eiskalten H?nde. "Sieh mich an!! Warum packst du? Du verl??t mich?! Warum? Verlass mich nicht, bitte!"
Langsam hob er den Kopf und sein Blick fing sich mit dem ihren. Ihre Augen glitzerten rot von Tr?nen. "Cherie, ich muss weg hier. Sie wissen das ich hier bin, dass ich mich nicht vorgestellt habe, und dass ich gesucht werde. Ich muss weg hier, oder sie werden mich t?ten. Das verstehst du doch, oder, Liebes?" "Aber..." "Psssst..." Sanft legte er ihr einen Finger auf die Lippen und lie? sie dadurch verstummen.
"Ich muss weg, daran l?sst sich nichts ?ndern. Aber, wir werden uns wiedersehen, Liebes, ich verspreche es dir. Wir sehen uns wieder, auch wenn es dauern kann. Ich werde dich finden."
"Aber was soll ich dann machen? Ich bin dann ganz alleine hier. Ich ertrage diese Stadt nicht alleine!"

Eine rote Tr?ne lief ?ber ihre Wange, als sie sich auf die Bettkante fallenlie? und die Augen niederschlug. Er kniete vor sie und nahm ihre H?nde, f?hrte sie an seine Lippen und k?sste sie kurz und sanft. "Du hast recht, diese Stadt ist nichts mehr f?r dich. Ich sehe es jede Nacht in deinen Augen, wie sehr dich die Erinnerung qu?lt. Bleib nicht hier. Geh zur?ck nach N?rnberg, dort geh?rst du hin."
"Aber dort..." "Ja, ich wei?, auch dort schmerzt die Erinnerung. Aber du hast dort noch etwas zu erledigen. Und ich wei?, du wirst keine Ruhe finden, bis es getan ist."

Entz?rnt sprang Mona auf und lief durch das kleine Zimmer. Am Fenster mit dem Blick auf die Oper blieb sie stehen und sah kurz hinaus auf die Lichter der Stadt. Dann drehte sie sich um, die Augen blitzend vor Zorn. "Sie haben mich gedem?tigt bis aufs Blut! Sie haben mich blo?gestellt, vor allen! Sie haben alles zerst?rt was mir etwas bedeutet hat! Und Silvia, sie hat mich verraten, verkauft! Ich kann nicht zur?ck, ich kann nicht zur?ckkehren und mein Knie vor ihnen beugen, unterw?rfig wie ein Hund! Das kannst du nicht verlangen, nein!"
Langsam trat er zu ihr. "Oh doch, das kannst du. Und du wirst es. Keiner dort kann dich dem?tigen, mein Liebes. Keiner dort hat solche Macht ?ber dich, als dass er das k?nnte. Du kannst und wirst dein Knie vor ihnen beugen, denn es ist der einzige Weg, dort wieder unter zu kommen. Vergi? nie, Cherie, sie k?nnen dich dazu zwingen, deine Knie vor ihnen zu beugen, aber sie k?nnen dich nicht dazu zwingen, deinen Geist vor ihnen zu beugen. Er ist frei von allen Zw?ngen, und so stark, so stark... Auch Silvia hat nicht die Macht dazu... Geh zur?ck."
Der Zorn in ihren Augen schwand, und beinahe konnte er sehen, wie sie vor seinen Augen in sich zusammenfiel. Ihre Augen verloren den Glanz und blickten stumpf durch ihn hindurch, ihre Haut wirkte noch blasser als sonst. "Ich kann nicht," fl?sterte sie leise. "Ich kann nicht... Ich kann nicht! Ich kann ihnen nicht unter die Augen treten, ich k?nnte es nicht ertragen...."
Sie warf sich in seine Arme und er hielt sie sanft fest. "Oh doch, du kannst das, mein Liebes. Tu es f?r mich, denn ich wei? es wird dir helfen. Aber vor allem tu es f?r dich... Geh zur?ck." "Ja, ja, ich werde es tun... Ich gehe..."
"Und vergi? niemals mein Liebes, du bist nicht allein. Hier," er strich ihr sanft ?ber den Kopf,"bin ich immer bei dir."
12.2.04 21:31


Mona:

Wien, Februar 2003

?Sieh sie dir an, Cheri?. Hab ich zuviel versprochen? Sie ist wundersch?n, nicht wahr?? ?Ja, das ist sie. Wundersch?n?? Mona brachte nicht mehr als ein leises Fl?stern ?ber ihre Lippen. Er hatte Recht gehabt, sie war wundersch?n, sie sah aus wie ein Engel, oder eine Fee aus einem dieser alten sch?nen Bilder. ?Sie sieht so traurig aus. Sie weint? Warum weint sie?? ?Sie hat Angst.? Seine Stimme klang mitleidig und gleichzeitig sehnsuchtsvoll, w?hrend er sie ansah, wie sie dort unter dem Baum zusammengekauert sa? und leise weinte. ?Wovor hat sie Angst? Vor uns?? ?Nein, sie wei? nicht dass wir da sind. Und auch wenn sie es w?sste, sie h?tte keine Angst vor uns.? ?Wovor hat sie dann Angst?? ?Sie hat Angst vor dem Morgen. Vor dem was der n?chste Tag bringen wird. Die Leere, die Trauer, die Schmerzen, die neue Angst, wieder vor dem n?chsten Tag, die wieder neue Trauer. Tag f?r Tag dasselbe Leid. Sie hat Angst davor, dass es niemals enden wird. Dass sie niemals den Mut finden wird es zu beenden.?

Mona konnte den Blick nicht von dem M?dchen lassen. Er hatte von ihr erz?hlt, aber keine Erz?hlung konnte ihrer zarten Sch?nheit wirklich gerecht werden. ?Und warum f?hlt sie so? Warum leidet sie?? ?Der einzige Freund den sie hatte ist gestorben. Jetzt ist sie alleine, ganz alleine? Sie sehnt sich danach zu ihm zu kommen. Aber sie hat nicht den Mut dazu. Und sie wei? nicht ob sie ihn jemals haben wird. Sie hat Angst davor, immer so weiter zu leben.? ?Woher wei?t du das alles? Kennst du sie?? Ein leises L?cheln huschte ?ber seine Lippen und er deutete kurz auf seine Augen. ?Ich sehe es. Ich sehe mehr als deine Augen sehen k?nnen. Ich sehe in ihre Seele.?

?Und du denkst??? ?Ja, das denke ich? erf?llen wir ihr diesen Wunsch, diesen letzten und gr??ten Wunsch.? ?Aber? aber wir k?nnen sie doch nicht einfach? t?ten!? ?Oh doch, wir k?nnen, und das wei?t du so gut wie ich? wir k?nnen ihr diesen gro?en letzten Wunsch erf?llen. Du kannst ihn ihr erf?llen! Sie wird sterben, mit einem L?cheln auf den Lippen und dem sch?nsten Gef?hl ihres Lebens, in absoluter Ekstase. Und sie wird dann auf immer bei ihrem geliebten Freund sein?? Er nahm Monas eiskalte Hand in die Seine. ?Du kannst sie von ihrem Leid befreien, Mona! Du! Sieh sie dir an? Es ist eiskalt, sie friert, sie leidet, sie will nichts mehr als sterben. Du kennst dieses Gef?hl, nicht wahr?? Er sah ihr tief in die Augen und sie hatte f?r einen Moment fast das Gef?hl als w?rde er ihre Seele ber?hren? wenn sie noch eine h?tte. ?Du kennst dieses Gef?hl, und du hast dir so oft gew?nscht, jemand m?ge dir die Entscheidung abnehmen, dich erl?sen, nicht wahr? Aber keiner hat dich erl?st, und du wei?t, jetzt wird dich keiner mehr erl?sen. Du kannst f?r sie der Todesengel sein, den du dir immer w?nschtest, den sie sich w?nscht, Nacht f?r Nacht.? Erschrocken ri? Mona sich von seinem Blick los, verbannte seine Stimme aus ihrem Kopf. Der Todesengel? die Tr?ume jede Nacht, die W?nsche? Niemand hatte sie erl?st? Nein, sie wurde statt dessen zu der Ewigkeit verbannt, einer Ewigkeit des Leidens. Noch immer tr?umte sie oft von dem Todesengel, betete Nacht f?r Nacht zu ihm, doch er lie? sie im Stich.

?Du kannst sie erl?sen Mona! Vermutlich wird sie sowieso nicht mehr lange leben? Willst du dass sie an irgendeiner Stra?enecke stirbt, erfroren, verhungert, oder von einem Junkie erstochen f?r ein paar Cent?! Erl?se sie Mona!?
?Nein! Ich kann nicht! Und wir d?rfen nicht! Wir k?nnen sie doch nicht einfach t?ten! Es w?rde Aufsehen geben, eine blutleere Leiche??
?Du Dummerchen? kleine s??e naive Mona? Ich wei? warum ich dich so gerne habe? du bist so wundervoll naiv und blau?ugig? nat?rlich darfst du sie nicht durch das Trinken t?ten. Trink von ihr, labe dich an ihr, schenke ihr diesen wundervollen Moment. Und dann, im Moment wo es f?r sie am sch?nsten ist, und du glaubst, du k?nntest nie wieder aufh?ren von ihr zu trinken, dieses wundervoller s??e warme Blut, diesen wundervollen Geschmack des Blutes, der nur bei so sch?nen jungen M?dchen in dieser Reinform zu finden ist, wenn du es in deinem K?rper pulsieren f?hlst, warm und pochend, lebendig in deinem toten K?rper, dann? brich ihr das Genick, schnell und schmerzlos. Du bist stark, sehr stark? f?r dich ist es leichter als f?r mich. Niemand wird Verdacht sch?pfen. Wir legen sie unter die Br?cke, jeder wird glauben sie sei hinunter gefallen, gesprungen. Und du hast sie erl?st! Sie ist dann endlich dort, so sie sich so sehr hinsehnte!? Wieder blickte er ihr tief in die Augen. ?Willst du das f?r sie tun? Wirst du sie erl?sen? Oder muss sie weiter leiden?? ?Ich? ja? ich will? ich will sie!? Eine unglaubliche Gier stieg in ihr auf, w?hrend sie seine Worte h?rte und sie das M?dchen betrachtete. Beinahe glaubte sie, schon aus dieser Entfernung das s??e warme Blut in ihren Adern pulsieren sehen zu k?nnen. Sie sch?ttelte sich, als k?nnte sie dadurch diese Gedanken aus ihrem Kopf kriegen. ?Warum nimmst du sie nicht? Sie ist so sch?n, warum befreist du sie nicht?? Wieder erschien das kleine wissende L?cheln auf seinen Lippen. ?Nein, sie geh?rt dir. Sie ist bestimmt f?r dich, sie wartet auf dich. Das wei? ich seit ich sie das erste Mal sah. Und ihren Freund. Ich habe ihn erl?st, sie geh?rt dir.?

Entsetzen spiegelte sich auf Monas Gesicht. ?Du?! Du hast ihn get?tet?! Warum, oh Gott?!? Beschwichtigend legte er ihr die Hand auf den Arm und sofort beruhigte sie sich unter seiner Ber?hrung. ?Er war krank, er litt schreckliche Qualen. Ich habe ihn erl?st, so wie du sie jetzt erl?sen wirst, und sie zu ihm bringen wirst, f?r immer.?
Mona schwankte einen Moment lang zwischen Abscheu und Faszination, doch ein Blick in seine Augen reichte, um die Faszination ?berwiegen zu lassen. ?Ja,? fl?sterte sie leise, ?ja, ich werde sie erl?sen. Sie soll nicht weiter leiden. Ich werde ihr den letzten und ewigen Traum geben, sie vereinen.? L?chelnd reichte er ihr die Hand. ?Dann komm.?
Das M?dchen hob den Kopf und lie? Mona nun einen Blick auf ein St?ck Vollkommene Sch?nheit werfen. Rotblonde Locken umspielten ein Gesicht von solcher Zartheit, wie Mona es noch nie zuvor gesehen hatte. Gro?e dunkelblaue Augen machten dieses Gesicht einfach unwiderstehlich. Die Wangen waren tr?nennass und unglaublicher Schmerz lag in ihren Augen.
?Wer seid ihr?? Ihr Blick wanderte von Mona zu ihrem Begleiter. ?Ich kenne dich von irgendwoher. Wer seid ihr?? Die beiden standen immer noch regungslos vor ihr und sahen sie an. ?Ihr seid so sch?n. Seid ihr Engel? Kommt ihr endlich mich zu holen??

Es musste einen seltsamen Anblick f?r sie ergeben. Hier, in dieser gottverlassenen Gegend, mitten in der Nacht, pl?tzlich ein junges P?rchen, beide kaum ?lter als 18 Jahre. Beide vollkommen in schwarz gekleidet, er in Leder und sie in Samt, dunkel geschminkt, dunkle Haare und blitzende Augen, die sie begehrlich und doch sanft anstarrten. Langsam rappelte das M?dchen sich auf. ?Kommt ihr endlich mich zu holen?? wiederholte sie noch einmal. Leise l?chelnd trat Mona auf sie zu. ?Ja, wir kommen dich zu holen. Wir schenken dir was du dir so sehr w?nschst. Wir bringen dich zu ihm.? Sie nahm ihre Hand und zog sie dicht an sich. Das M?dchen sah ihr vertrauensvoll in die Augen. ?Ja, bitte bringt mich zu ihm.? Dann schloss sie die Augen.
Ihre Haut duftete so zart, wie eine Blumenwiese nach einem Gewitter, rein und frisch. Mona sah das Blut in den Adern dicht unter ihrer Haut pulsieren, so verlockend. Mit einer zarten Bewegung, wie eine Mutter ihr Kind streichelt oder ein Liebhaber zum ersten Mal die Frau ber?hrt, sanft wie ein Lufthauch, zog sie sie an sich, umarmte sie, und nahm sich wonach sie sich so sehr sehnte. Sie f?hlte das warme Blut des M?dchens in ihrem Mund, der s??e schwere Geschmack, einen Geschmack wie sie ihn nie zuvor erlebt hatte, niemals zuvor war ihr dieses ?bel, das Blut trinken zu m?ssen als etwas wundervolles, atemberaubendes erschienen. Doch jetzt in diesem Moment, war es pl?tzlich gut, so gut. Sie hatte die Macht ?ber das Leben dieses M?dchens, sie nahm ihr Leben in sich auf, sie schenkte ihr das was sie sich am meisten w?nschte. Und sie starb mit einem L?cheln auf den Lippen. Ja, sie genoss es, das M?dchen schien es so sehr zu genie?en, sie lachte und st?hnte leise, seufzte. Mona f?hlte wie ihr K?rper durch das Leben dieses M?dchens wieder lebendig wurde, wie es pulsierte, str?mte, beinahe als h?tte sie wieder einen menschlichen K?rper.

Von ferne h?rte sie pl?tzlich seine leise Stimme. ?Jetzt Mona? erl?se sie!? Nein, scho? es ihr durch den Kopf. Nein, ich will sie auf ewig f?hlen, ich will sie nicht loslassen! ?Mona, tu es jetzt!? Sanft legte sie die H?nde um den Hals des M?dchens, das immer noch l?chelnd in ihren Armen lag, schon halb bewusstlos. Und mit einem schnelle Handgriff brach sie ihr das Genick. F?r einen Moment noch hielt sie sie im Arm. Selbst im Tod zierte das L?cheln noch ihre Lippen, lie? sie beinahe ?berirdisch sch?n erscheinen. Dann lie? sie sie langsam auf den Boden gleiten.
L?chelnd kam er auf Mona zu und klopfte ihr auf die Schulter. ?Das hast du sehr gut gemacht, Cherie, sehr gut. Sieh nur, du hast sie gl?cklich gemacht. Vielleicht so gl?cklich wie noch nie zuvor in ihrem Leben.? Sie war immer noch wie berauscht von dem Erlebnis, und h?rte kaum was er sagte. Sie lie? sich ebenfalls zu Boden fallen, l?chelnd und halb weggetreten, beinahe f?hlte sie sich wie auf einem Trip. Teilnahmslos sah sie zu wie er die Leiche hochhob und zu der nahegelegenen Br?cke brachte und sie dort platzierte als w?re sie hinuntergest?rzt. Dann kam er zu ihr zur?ck.
?Komm schon, wir m?ssen hier weg. Ich bringe dich nach hause.? Er nahm sie bei der Hand. Im vorbeigehn konnte sie kaum den Blick von ihr l?sen und immer noch f?hlte sie pulsierend das s??e Blut ihn ihrem K?rper. ?Keine Sorge Cherie, es gibt viele von ihnen. Es gibt so viele von ihnen. Und sie alle sehen sich nach dem Ende, der Erl?sung? sie alle beten um die Todesengel.? ?Die Todesengel??


12.2.04 19:55


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung